| Die Cunard Line |
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Die britische Cunard Line ist heute eine der renommiertesten Kreuzfahrtschiff-Linien, die es weltweit gibt. Die drei "Königinnen der Meere", wie die Kreuzfahrtschiffe von Cunard Kreuzfahrten von Kreuzfahrern auf der ganzen Welt liebevoll genannt werden, bilden aktuell die Flotte an Luxus-Passagierschiffe der britischen Traditionsreederei. Queen Victoria (QV), Queen Elizabeth (QE) und das Flaggschiff Queen Mary 2 (QM2) befahren die Weltmeere und sind sowohl technisch als auch komfortmäßig auf höchstem Niveau.
Geschichte
Eine lange und bewegte Geschichte hat die Cunard Line hinter sich, die auch maßgeblich zu dem Ansehen beigetragen hat, welches die renommierte Reederei heutzutage bei Kreuzfahrern auf der ganzen Welt genießt. Eine ebenso lange Tradition, die auf höchstem Komfort und absolute Zuverlässigkeit setzt, wird bis heute gewissenhaft fortgesetzt und gelebt. Inzwischen sind mehr als 170 Jahre vergangen seit der kanadische Unternehmer Sir Samuel Cunard die gleichnamige Cunard Line gegründet hat.
Der diplomatisch erfolgreiche Geschäftsmann erhielt im Jahr 1839 von der damaligen britischen Regierung die Lizenz zum Überstellen der Post nach Übersee. Da er selbst nicht über die entsprechenden Mittel verfügen konnte, tat er sich mit einer Gruppe von finanzkräftigen Schiffseignern und Förderern zusammen. Dies war die Geburtsstunde der heutigen Cunard Line, die damals aber noch den Namen British and North American Steam Packet Company firmierte - ursprünglich sollten auch nur Päckchen und Briefe sicher über den Atlantik gebracht werden.
Erkennungszeichen der Schiffe, die Sir Samuel Cunard zusammen mit seinen Partnern entsandte, war der rote Schornstein, der mit einer schwarzen Kappe versehen war. Im Laufe der Jahre wurden noch drei schwarze Ringe hinzugefügt. Ganz traditionell wurde dieses Erscheinungsbild bis in die heutige Zeit beibehalten, ein Markenzeichen, dass von einer Geschichte zeugt, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht.
Im Jahre 1840 war es dann soweit: Der tüchtige Geschäftsmann Sir Samuel Cunard konnte vier eigene Schiffe aus dem amerikanischen Hafen entlassen. Die Acadia, die Britannia, die Caledonia und die Columbia pendelten nun regelmäßig zwischen der "Alten Welt" und der "Neuen Welt". Die Schiffe waren derart gut konstruiert, dass sie sogar mehrfach das Blaue Band eroberten - eine Auszeichung, die für die schnellste Atlantik-Überquerung vergeben wurde. Der Konstrukteur der Frachtschiffe Robert Napier und Sir Samuel Cunard arbeiteten eng zusammen, da die Schiffe stets auf dem jeweils aktuellen Stand der Schifffahrts-Technik bleiben sollten.
Einen schweren Rückschlag musste das eingespielte Team dann erstmals im Jahr 1843 einstecken, als die Columbia bei Cape Sable strandete, ein Rückschlag, der den Expansionsdrang der jungen Reederei aber nur kurzzeitig lähmen konnte. Den Platz der Columbia nahm nun der Neubau Hiberia ein, die auch prompt Rekorde erzielte. Mit sechs weiteren Schiffen beherrschte die Cunard Line in den folgenden Jahren die Schifffahrt über den Atlantik. Doch 1850 mussten Sir Samuel Cunard und Robert Napier feststellen, dass eine gute Konstruktion zwar für den Erfolg von Nöten ist, allerdings auch das Geschäftskonzept hin und wieder hätte verbessert und angepasst werden müssen. Noch schwieriger war es, diese Erkenntnis den Geldgebern zu vermitteln.
Erst 1855 willigte die britische Admiralität ein, die Schiffe nicht nur aus Holz bauen zu lassen, sondern endlich auch Eisen einzusetzen. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Cunard Line schon fünf Jahre lang das prestigeträchtige Blaue Band dem großen Konkurrenten, der Collins Line, kampflos überlassen müssen. Fünf weitere lange Jahre lang mussten Sir Samuel Cunard und sein geschätzter Berater Napier abwarten, bis auch die britische Krone den Wert einer schnellen Flotte erkannte. Doch diese musste erst durch verschiedenste Umstände regelrecht dazu gezwungen werden, die Bedrohungen des Krimkrieges und der Mangel an Holz als Schiffsbaustoff durch die bedenkenlose Rodung der Wälder waren es, die zu dem ausschlaggebenden „Ja“ durch den Admiral führten. Doch kaum war dieses Ja gefallen, vergaßen Sir Cunard und Napier auch schon all ihre Enttäuschung und neue Schiffe wurden geplant und der Schiffsbau rasch in Angriff genommen.
Kaum war die Persia, das erste aus Eisen gefertigte Dampfschiff der Cunard Line aus dem Hafen ausgelaufen, holte sie auch schon das Blaue Band zurück. Doch auch dieser Erfolg war nur von kurzer Dauer - der zweite Raddampfer aus Sir Samuel Cunards Hause, die Scotia, war das letzte Schiff, das der Schiffsgruppe einen Rekord einbrachte. Ein wichtiger Triumph, der sicherlich auch die ersten Passagiere, die seit 1881 mit an Bord genommen wurden, von der Qualität der Schiffe überzeugte. Nach dem Rekord der Scotia 1862 wurde die zunehmende Konkurrenz leider zu stark: Die Schiffe der Inman Line und der neu entstandenen White Star Line ließen die einstigen Rekordschiffe der Cunard Line alt aussehen. Folge war, dass die britischen Geldgeber die Aufträge nun ohne zu zögern an die Inman Line übertrugen. Es ging bergab mit der einst so erfolgreichen Flotte, 1877 war sie nur noch eine Aktiengesellschaft namens Cunard Steamship Company Ltd.
20 Jahre lang kämpften die Inhaber um die Rückkehr an die Spitze der Schifffahrt, doch vergebens. Den Fluch brach dann aber der Ankauf eines fremden Schiffes, es schien bergauf zu gehen; prestigeträchtige Rekordfahrten waren der Cunard Line nun wieder möglich.
1911 konnte die Cunard Line auch andere Schiffslinien aufkaufen - nach dem Untergang der Titanic fusionierte die Cunard Line mit der White Star Line und wurde damit sogar zum damalig weltweit größten Anbieter von Schifffahrten und Übersee-Transporten. Doch die schweren Verluste und tragischen Begebenheiten der zwei Weltkriege verschonten auch die Cunard Line nicht. Mannschaft und Passagiere kamen ums Leben, Schiffe der Linie wurden versenkt.
Nach dem Schrecken der Kriege wurde dann das erste Schiff gebaut, das ausschließlich dem Zweck dienen sollte, Kreuzfahrten zu unternehmen. Seitdem verstärkte sich der Trend der Reederei Cunard, auf Passagierschiffe zu setzen, doch schon musste die nächste Krise souverän überstanden werden: Das Flugzeug eroberte die Lüfte, Passagiere waren begeistert. Das Schiff wurde als reines Transportmittel zwischen Amerika und Europa schnell abgelöst.
Die beiden Königinnen, die Queen Mary und die Queen Elizabeth waren vom Thron gestoßen. Die Schiffe der Cunard Line wechselten immer öfter den Besitzer, bis sie 1998 in den Besitz der US-Reederej Carnival Corporation gelangten. Das Unternehmen, das inzwischen die führende Position im weltweiten Kreuzfahrten-Markt eingenommen hat, gab den Königinnen wieder den erstklassigen Glanz und Glamour von vergangenen Zeiten zurück. Heute gehören die Schiffe der Cunard Line, die Queen Mary 2, die Queen Victoria und die Queen Elizabeth, wieder zu den bekanntesten und einzigartigsten Kreuzfahrtschiffen der Welt.
Traditionell bereist zumindest eines der Cunard Schiffe seit über 70 Jahren am Anfang eines jeden Jahres im Rahmen ihrer Weltreisen die Weltmeere und zeigt den Gästen in den gut drei Monate dauernden Weltreise Kreuzfahrten die schönsten Fleckchen unserer Erde.
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